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Foils an der La Fabrique für die Route du Rhum

08.12.2017

Neue Herausforderung für Alan Roura: Nach den mit Frédéric Denis erreichten Zielen auf der Transat Jacques Vabre, auf der sich der 24-jährige Skipper ein enges Rennen mit Booten der gleichen Generation lieferte, wird seine Yacht, die IMOCA La Fabrique, für die nächste Route du Rhum zu einem «Foiler» umgebaut. Damit wurde Mitte Januar begonnen. Vier bis fünf Monate später soll das Boot es wieder zu Wasser gelassen werden; in dieser Zeit sieht Rouras Programm verschiedene Vorbereitungen und Trainings.

Alan Roura wünscht sich für die Vendée Globe 2020 Foils, diese schwimmenden Planen, die es Booten ermöglichen, über das Wasser zu «fliegen». Zuerst war noch unklar, wann diese Anhängsel angebaut werden sollten. Roura: «Wir schwankten zwischen einem Einbau im Winter 2019, um abwarten zu können, was sich an den neuen IMOCAs tut, oder sie bereits Anfang 2018 anzubringen, um das Boot in seiner neuen Konfiguration so oft wie möglich fahren zu können.»

Nachdem der Skipper mit der neuen La Fabrique sein erstes Transatlantikrennen beendet hatte, entschied man sich schliesslich für die zweite Option. «Das Ziel der Transat Jacques Vabre 2017 war, die richtigen Griffe herauszufinden und mögliche Verbesserungen zu erkennen, die man vornehmen kann», sagt Roura. «In sechzehn Renntagen mit Frédéric hat sich unser Wissen und der Einsatz des Bootes erheblich weiterentwickelt, was uns einen tieferen Einblick darüber gibt, Wir wissen nun, was wir an Bord verändern können; erste der Anbau der Foils. »

BEGINN MITTE JANUAR

Anfang 2018 wurde das Einrumpfsegelboot zum Umbau in den Hangar des La Fabrique Sailing Teams in Lorient übergestellt. «Der Umbau durch das Hinzufügen von Foils umfasst viel mehr als nur das Anbringen von zwei Anhängseln», erklärt Gilles Avril, Technischer Direktor des Projekts. «Wir müssen zunächst die herkömmlichen Driftstationen entfernen, Löcher durch den Rumpf und das Deck schliessen, die Senken für die Foils auf dem Profil des Rumpfes erstellen und einsetzen, besagte Foils zeichnen und bauen sowie jedes Element des Bootes verstärken oder modifizieren. Es handelt sich um eine langfristige Arbeit,.

Schon vor der Abfahrt zur Transat Jaque Vabre haben sich alle Beteiligten getroffen und die Berechnungen und Zeichnungen eingeleitet, die für den Umbau notwendig sind.» Das Team des jungen Skippers wird diese enorme Arbeit zusammen mit ausgewiesenen Profis der Segelwelt leisten: Die Firma Finot-Conq, verantwortlich für die Architektur des Bootes, wird zusammen mit dem Hydrodynamiker Michel Kermarec für das Design dieser neuen Anhängsel verantwortlich sein, während ihre Herstellung der Baufirma JPS Production und die strukturellen Modifikationen des Rumpfes Gepeto Composite anvertraut werden.

Nach vier bis fünf Monaten Bauzeit soll La Fabrique im Frühjahr 2018  wieder zu Wasser gelassen werden und vor dem Start der Route du Rhum am 4. November 2018 an möglichst vielen offenen IMOCA-Rennen teilnehmen.

ALAN, ZWISCHEN REISEN UND TRAINING 

In der Zwischenzeit steht Alan Roura vor einem vollen Programm. Immer darauf bedacht, am Leben seines Teams teilzuhaben, wird er viel Zeit auf der Baustelle verbringen. Daneben gilt es für ihn, den zahlreichen Anfragen nachzukommen, die er in seinem Heimatland erhält. «Mein Start ins Jahr wird dadurch geprägt sein, das Boot aus dem Wasser zu holen und einige Termine in der Schweiz zu unternehmen», sagt er. «Ich werde meine Familie und meine Sponsoren besuchen. Zudem sind einige Medientreffen vereinbart, und ich werde Vorträge auf einigen Konferenzen halten. Ich mag es, Leute zu treffen, und ich ergreife jede Gelegenheit, andere Firmen dazu zu bringen, sich unserem Projekt anzuschliessen.»

Denn auch wenn das Budget des Projekts «Foils» steht, bleibt La Fabrique offen für die Beteiligung neuer Partner. Noch sind zusätzliche Mittel erwünscht, um sich die besten Erfolgsaussichten für eine gute Leistung zu verschaffen – 100’.000 bis 200’.000 Euro pro Jahr bis zur Vendée Globe. «Die Montage der Foils ist Teil unseres neuen, auf vier Jahre angelegten Projekts mit La Fabrique», sagt Roura. «Sich technisch entwickeln, menschlich reifen und sportlich über sich hinauswachsen. Das ist das Ziel.»

 

ALLES, WAS MAN ÜBER DEN UMBAU DER LA FABRIQUE WISSEN MUSS

DESIGN DER FOILS

Finot-Conq (Vannes) wurde von Alan Roura in Zusammenarbeit mit dem Hydrodynamiker Michel Kermarec für die Konzeption der Foils ausgewählt. Es lag auf der Hand, mit dem ursprünglichen Architekten von La Fabrique zu arbeiten. Zusätzlich zu seinem Wissen über das Boot und der Erfolgsbilanz seiner Segelboote (vier Siege der Vendée Globe), war das Unternehmen aus Vannes sehr interessiert, sich den Foils zu widmen. Ein Mini 6.50 mit Foils nach Plänen von Finot-Conq befindet sich derzeit im Bau.

Zu diesem Anlass schlug Finot-Conq vor, sich an einen anerkannten Experten zu wenden, mit dem bereits in der Vergangenheit eine Zusammenarbeit stattgefunden hatte: Michel "Mick" Kermarec, unter anderem seit 2007 bei Oracle für die Anhänge und Performance-Vorhersagen verantwortlich und seit 1995 bei Artemis mit dem America's Cup beschäftigt. Er gilt als einer der weltbesten Spezialisten in den Bereichen Aerodynamik und Hydrodynamik.

Auf den ersten Blick scheinen die Foils von La Fabrique zwischen den drei Versionen der IMOCA der Generation aus 2015 und denen von Hugo Boss eher mittelmässig zu sein. Doch durch unauffällige Feinheiten werden aus ihnen optimierte Anhängsel für maximale Vielseitigkeit. «Die Idee ist eine reine Erhöhung der Geschwindigkeit, ohne die vorhandene Leistung des Bootes zu verändern», sagt Roura. «Es wird schneller in Lee und Reaching fahren müssen, ohne im Halbwindkurs Nachteile zu erfahren.» Die Berechnungen und Zeichnungen sind in Arbeit und sollen in wenigen Wochen abgeschlossen sein.

David de Prémorel, Projektmanager bei Finot-Conq: «Das Projekt der Änderungen, die wir an La Fabrique vornehmen werden, ist in vielerlei Hinsicht spannend! Es ermöglicht uns, die Forschung, die wir an den Foils seit vier4 Jahren kontinuierlich durchführen, dank unserer CFD-Tools in die Praxis umzusetzen. Zudem ermöglicht uns die Zusammenarbeit mit Mick Kermarec, vertieft an der Funktionsweise der Foils zu arbeiten. Es ist uns eine Freude, unsere IMOCA 2008 weiterzuentwickeln und sich einem so enthusiastischen und dynamischen Team wie dem von Alan Roura anzuschliessen! »

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.finot-conq.com/cont...

KONSTRUKTION DER FOILS

Die Werft JPS Production (Trinité-sur-Mer) - unter anderem Hersteller der Mach 40, welche die ersten vier Plätze in der Class 40 der letzten Transat Jacques Vabre gewonnen hat - wurde vor allem dank ihres Herstellungsverfahrens in Monobloc aus gemahlenem Kohlenstoff mit dem Bau der beiden Träger-Pläne betraut. Die Foil-Herstellung erfolgt gemäss La Fabrique in einem Stück, wohingegen die meisten alten Versionen aus einer Spitze und einem Schaft bestehen, die durch einen Bogen verbunden sind. Es bleibt zu erwähnen, dass JPS Production auch der Hersteller der Foils der alten Safran und No Way Back der letzten Vendée Globe ist. 

ANBRINGUNG DER FOILS

Gepeto Composite (Lorient) obliegt die Aufgabe, die bestehenden Schwertkästen zu entfernen und die neuen Anhänge an La Fabrique anzubringen. Das zugleich vielseitige und effiziente Unternehmen aus Lorient, das auch Konstrukteur des Lift 40 Carac von Louis Duc, dem jüngsten Modell aus der Klasse 40 ist, machte Modifikationen und strukturelle Optimierungen an bestehenden Booten zu seinem Kerngeschäft. Zu den Arbeiten des Unternehmens zählt unter anderem die Rekonstruktion der Groupama 3 nach ihrem Kentern oder auch der Sodebo 4 nach der Kollision mit einem Frachter. Gepeto Composite geniesst zudem den Vorteil der geografischen Nähe zur Basis des La Fabrique Sailing Teams: Alle Arbeiten werden so im Hangar von Alans Team erledigt, ohne dass das Boot bewegt werden muss. 

ZUSÄTZLICHE ÄNDERUNGEN 

Gepeto Composite wird auch der Architekt einer wichtigen Arbeit an der leichteren Gestaltung des vorderen Teils von La Fabrique sein, die auf der üblichen Winter-Baustelle von Alans Team vorgenommen wird. Einige strukturelle Verstärkungen, notwendig infolge der veränderten Kräfte, die durch das Hinzufügen der Foils auf das Boot einwirken werden, werden ebenfalls von der Firma aus Lorient durchgeführt, die bereits zahlreiche IMOCA wie die Banque Populaire VIPRBQueguiner oder auch St-Michel Virbac sowie mehrere Maxi-Trimarane der ULTIM-Kategorie (Banque Populaire VSodebo 4Actual Ultim…) modifiziert hat.



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